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Mit Landrover Experience nach Island
Mit Land Rover Experience nach Island: Ein Reisebericht von Wolfgang Helscher
14.09.2003
Franz ("Odysseys") und ich entschieden uns heuer an der Landrover Experience 2003 in Island teilzunehmen, die laut Prospekt doch einiges versprach: Als wichtigstes Utensil einen Schlafsack mit –26 Grad Komfortbereich eingepackt, gutes Schuhwerk und warme Bekleidung, setzten wir uns am 24.August in das Flugzeug, das uns über Düsseldorf nach Keflavik brachte, wo wir nett empfangen und in ein Gästehaus gebracht wurden. Als Einstimmung auf Island rochen alle nach dem Duschen nach Schwefel. Ja Warmwasser gibt es ja fast überall gratis mit einem Bohrloch in die Tiefe!

Am 2. Tag übernahmen die Teilnehmer ( Tom & Karen, Jan & Chris, Axel und Franz & Wolfgang) die vier bereitgestellten Discos und als Guidefahrzeug stand ein Defender 110 mit Ingo& Alex am Parkplatz! Alle Fahrzeuge waren mit GPS III plus von Garmin ausgestattet. Die Gruppe passte super zusammen, dies merkte man bei der ersten Tourbesprechung. Die erste Route führte uns über Hveragerdi, Sellfoss nach Hvolsvöllur, wo die Kolonne die Zivilisation verließ und das große Offroad Abenteuer begann! Die Piste 261 geht es in Richtung Norden vorbei am Myrdals-Jökull Gletscher und dem Vulkan Hekla (der nicht den Namen von der berühmten Autoschmiede Holler Ewald und Klenkhart Arno hat!!!) auf das isländische Hochland. Dabei durchfuhren wir die ersten Flüsse und bauten unser erstes Nachtlager bei Landmannalaugar auf, wo wir uns bei einem natürlichen Warmwasserbecken baden konnten. Die vier Discos wurden professionell in einem Viereck aufgestellt, eine Plane an allen Fahrzeugen festgemacht, die Dachzelte geöffnet und das Nachtlager war perfekt. Ingo unser isländischer Guide grillte für uns Lamm und zeigte damit, dass er nicht nur ein super Guide , sondern auch ein super Koch ist! Die Landschaft, die wir am ersten Tag sahen, war so schön, dass sich alle Teilnehmer fragten, kann Ingo dieses Erlebnis noch in den nächsten Tagen steigern? Vorweg: Er konnte dies täglich!!

Der 3. Tag sollte nicht nur anstrengend sein, sondern auch ereignisreich: Nach dem Frühstück ging es durch die unendliche Weite und Einsamkeit der Sprengisandur. Ein Materialtest unseres Wagens begann, spitze hohe Steine, rillige Lavafelder, nasses Schwemmland, Sandpisten, Wasserdurchfahrten und Geröllfelder wechselten sich alle Kilometer ab, die ein Weiterkommen auf 15 km pro Stunde beschränkte. Gewissen Abschnitte hatten Gemeinsamkeiten mit einem Trial, da man schon einen Beifahrer benötigte um bestimmte Teilstrecken zu absolvieren. Bei einer Rast lernten wir ein Paar aus Tschechien kennen, die gerade versuchten Ihren Discovery MJ 2003 trocken zu legen, da dieser bei einer Flussdurchfahrt ein wenig einsank uns so Wasser ins Auto kommen konnte. Der Wagen war aber für so eine schwierige Tour bestens ausgerüstet worden. Ein Discovery mit 265/75/16 Mud Terrain Bereifung, höher gelegtes Fahrwerk und 3 100% Sperren Ein Toyota Fahrer erkundigte sich bei unseren Guide, ob die folgenden Wasserdurchfahrten für einen SUV geeignet wären: Ja wenn man direkte Linie fährt, wäre ein durchkommen für einen Toyota RAV4 auch möglich. Die Bilder zeigen aber, dass er nicht die direkte Linie nahm! Ja aufpassen muss man auf dieser Hochstrecke beim befahren der Flüsse immer. Nachdem wir uns vom Discoveryfahrer verabschiedeten ging es zum nördlichen Ausläufer des größten europäischen Gletschers Vatnajökull. Am Beginn der Gaesavatna Piste sahen wir beim Gletscher, dass sich ein Defender 110 festgefahren hatte. So ging es über den Gletscherfluss hinüber zu dem festgefahrenen Schweizer Defender. Am Ende waren drei Discos und zwei Defender festgefahren. Nur ein Disco fuhr sich nicht fest. So begann eine Bergeaktion, die ziemlich zeitaufwendig war, da sich der Schweizer Defender bei dieser Befreiungsaktion mit einem Sandblech den rechten hinteren Bremssattel abriss. Aber nach zwei Stunden waren alle Fahrzeuge wieder frei und so ging es über die Gaesavatna Piste in Richtung Askja wo wir am Abend vor Askja wieder unser Lager mit Disco Viereck aufbauten und im Dachzelt übernachteten. Wieder überraschte uns Ingo am Abend mit seinen Kochkünsten!

Am 4.Tag nach einer kühlen Nacht, bei der sich die Ausgabe eines wärmeren Schlafsackes lohnte, ging es in Richtung Askja zu den Vulkanseen, die nach einem Marsch von 30 Minuten erreicht wurden. Tom und Karen badeten im wärmeren kleineren See mitten in einem Vulkan. Nachdem wir unsere Autos wieder erreichten ging es in Richtung Myvatn See, die viertgrößte Binnenwasserfläche des Landes und ein Vogelparadies. Wir fuhren ca. 100 Kilometer zur Straße 1, passierten wieder unzählige Flüsse und passierten dabei den Vulkan Herdubreid und das Vulkangebiet Krafla. Da wir diese Distanz in kürzerster Zeit bewältigten, fuhren wir noch zum Detifoss Wasserfall , besuchten anschließend die Hot Springs vor Reykjahlio und badeten in einer blauen Lagune bevor wir unser Gästehaus in Stöng bezogen! Pan Flöten Musik aus der Stereoanlage machte uns richtig müde und so gingen wir schon bald schlafen!

Am 5. Tag umrundeten wir den See Myvatn (Bekannt für 15 verschiedene Enten und Vogelarten). Dieses Gebiet war 1975-1984 stark vulkanisch aktiv, hier kam es zu 9 Eruptionen und die kontinentale Plattenverschiebung betrug bis zu 4,8 Meter. Nun ging es über eine Bergpiste nach Husavik. Alle außer mir machten eine dreistündige „Whale watching“ Tour. Ich half Ingo unserem Guide die Autos zu reinigen und die Luftfilter vom Sand zu befreien. Bei diesem Check sah man, dass kein Auto bisher Wasser schluckte, obwohl wir sehr oft bei den Wasserdurchfahrten die Höhe des Lufteinlassstutzen erreichten. Die Sandmenge, die wir aus dem Luftfilter reinigten war rekordverdächtig! Nachdem wir alle wieder beisammen waren besuchten wir das Walmuseum, bevor wir in Richtung Akureyri aufbrachen. Bevor wir noch Akureyri erreichten trafen wir uns mit dem dort ansässigen Landroverclub, der uns noch eine Offroadtour mit einigen schwierigen Passagen zeigte. Herzlichen Dank an den sehr freundlichen Clubmitgliedern, die diese Ausfahrt begleiteten. Anschließend fuhren wir zu unserem Gästehaus in Akureyri und speisten in einem sehr netten Lokal!

Nachdem wir am 6.Tag Getränke und Essen in einem Großmarkt einkauften (All inclusive by APS) fuhren wir dann zum nordwestlichen Hochland wo uns anspruchvolles Offroad Terrain und schwierigste Wasserdurchfahrten bevorstanden. Eine Pause wurde bei einem heißen Pool bei Laugarfall gemacht. Detail am Rande: Die WC Anlagen werden direkt von den Heizungsleitungen gespeist. Das heißt, dass das WC Spülwasser Heißwasser ist. Kaltwasser gab es bei den Sanitärcontainern keines! Danach ließen einige Schlammpassagen erahnen, welches Problem die Teilnehmer der Experience erwarten würde, wenn es geregnet hätte. Dann probierte unser Guide eine neue Strecke aus. Die Wasserdurchfahrten waren sehr tief, da die starke Strömung der Flüsse Wasser durch die Türen drückte und die Autos von ihrer Ideallinie abdrifteten. Nachdem wir die Bergpiste Kjolur erreichten ging es zu einer Berghütte bei Kjalfell (Kerlinggarfsall). Um ein Uhr früh sahen wir den zur Erde sehr nahe stehenden Mars und ein wunderschönes Nordlicht!

Der nun folgende 7. Tag bescherten uns unzählige Flussdurchfahrten und lange schlechte Pisten. Bei einer Flussdurchfahrt wurde der Fluss von einem uns entgegenkommenden Beifahrer eines Nissan Patrols mit Watstiefeln vorausgegangen und zeigte die tiefen Wasserlöcher allen Fahrzeugen an. Hier sah man, wie wichtig eine Vorbesichtigung eines Flusses ist!

Wir besuchten einen hohen Wasserfall und die Tour endete beim Hotel Geysir, welches direkt beim Geysir Strokkur ist, der alle 7 Minuten, 20 Meter hoch Wasser und Dampf schleudert. Ein sehr interessantes geologisches Gebiet!

Am 8.Tag nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zu Gullfoss einem riesigen Wasserfall. Danach ging es wieder in Richtung Reykjavik! Aber schon bald zog es unseren Guide Ingo weg von der Straße in ein schwieriges Terrain, welches in einem Islandführer nur als Strecke für höher bereifte Fahrzeuge ab 33 Inch beschrieben ist. Und es dauerte nicht allzu lang und ein Disco fiel in ein fast ein Meter tiefes Loch. Den Wagen zu bergen war keine Schwierigkeit!. Nach diesem Abzweiger ging es ins Experience Center, welches eine kleine Grube mit allen Schwierigkeitsstufen darstellt! Anschließend fuhren wir über den See Pingvallavatn über Selfoss nach Eyrarbakki um noch eine Sandpiste am Atlantik auszuprobieren. Davor machten wir noch einen Halt bei einem sehr guten Fishhouse, das uns eine delikate Fischsuppe auftischte. Der letzte Abschnitt dieser Reise führte uns in die Kulturhauptstadt des Jahres 2000 nach Reykjavik, wo wir nach einem kleinen Shopping in einem Kaufcenter, im alten Theater das „letzte Abendmahl“ zu uns nahmen! Danach ging es wieder nach Keflavik, wo uns das Flugzeug zurück nach Düsseldorf brachte.


Fazit: Alle Autos kamen durch diese Experience. Ich möchte hier behaupten, dass nicht viele Hersteller behaupten können, ein Auto herzustellen, das solche Dauerschwerstbeanspruchungen aushält. 

LR Deutschland hat mit APS Reisen und dem isländischen Guide Ingo von Eskimos Adventure Company einen genialen Partner gefunden, der eine Reise mit Landrover in Island, professionell an den Kunden vermitteln kann. Keine Minute war es langweilig, da immer eine Abwechslung geboten wird.

Die genannten Routen sind nur empfehlenswert mit zwei oder drei Fahrzeugen zu befahren, da sonst mit langwierigen Bergemanöver zu rechnen ist! Unbedingt nach Tankstellen schauen, da auf diesen Strecken jedes Auto wesentlich mehr Sprit benötigt als sonst! Bei uns benötigten die Landrover Discovery mit Automatikgetriebe und Dachzelt, die normalerweise mit 12-13 Liter auskommen, bei diesem schwierigen Terrain, fast 20 Liter Diesel!
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fotos und Text: Wolfgang Helscher


 
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