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In diesen unvergleichlichen Werken automotiver Schreibkunst
finden sich nämlich Hinweise von tief gehender Erkenntnis und
Weisheit ...
Viele, viele allradgetriebene Testfahrzeuge durften wir in den
vergangenen Jahren "erfahren". Zugegeben ... wir haben auch
nicht alle Bedienungsanleitungen gelesen. Doch manchmal haben
wir es doch geschafft, uns nach einem aufregenden Tag mit
Fahrten über Stock und Stein gemütlich zurückzulehnen und die
Tipps und Tricks der Handschuhfachlektüre zu genießen - und
für's automobile Leben zu lernen ...
Den größten Wert legen die Automobilbauer darauf, den Fahrer mit
hilfreichen Hinweisen sicher an sein Ziel zu bringen. Suzuki
ganz besonders. In der Bedienungsanleitung für den Jimny hieß es
zum Beispiel im Kapitel "Fahrt auf asphaltierten Straßen"
(Originalwortlaut):
"Die Unfallstatistiken zeigen, dass die meisten Unfälle
und Überschläge bei Geländefahrzeugen auftreten, wenn der Fahrer
die Kontrolle über das Fahrzeug verliert und bei Verlassen der
asphaltierten Straßen auf einer Böschung, Bordstein oder anderen
Hindernissen aufsitzt".
Gut ... da hatten wir doch schon etwas gelernt ... |
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Noch schwieriger wird es generell, wenn man einmal nicht auf
befestigten Straßen fährt: Das Thema "Abfahren von der Straße"
beinhaltet nämlich ebenfalls interessante Erkenntnisse. So hieß
es in der Jimny-Anleitung wortwörtlich:
"Sie können die Gefahr verringern, indem Sie immer die
Kontrolle über das Fahrzeug behalten". Aha. Und: "Der
Fahrer verliert die Kontrolle meist, wenn sie unter dem Einfluss
von Alkohol oder anderen Drogen stehen, am Lenkrad einschlafen,
abgelenkt werden oder zu schnell für die Straßenbedingungen
fahren."
"Don't drink and dope" hätte es wohl gleich gut ausgedrückt.
Damit die Intellektuellen unter den Suzuki-Fahrern nicht zu kurz
kamen, gab es in der Anleitung auch Sprachrätsel, die es
aufzulösen galt. Suzuki bediente sich dabei doppelter
Verneinungen. So wird das Offroadfahren ganz easy:
"Schalten Sie nicht von "2H" auf "4H", wenn die
Vorderräder nicht ganz gerade stehen und die Geschwindigkeit des
Fahrzeuges nicht unter 100 km/h liegt."
Nicht ... unter ... 100 ... km/h ?!
Im Kapitel "Überschlag auf der Straße" kam's dann ziemlich dick
- Originalwortlaut:
"Kommt das Fahrzeug aus irgendeinem Grund bei hoher
Geschwindigkeit ins Schleudern oder Springen, während Sie sich
auf einer asphaltierten Straße befinden, erhöht drastisch die
Sturzgefahr. Die kann geschehen, wenn wie oder mehr Räder auf
den Seitenstreifen kommen und die Lenkung beim Versuch auf die
Straße zurückzukommen forciert wird. Im unter solchen Umständen
das Risiko eines Überschlages zu verringern, sollten Sie, falls
die Umstände das zulassen, das Lenkrad gut festhalten und
abbremsen, bevor sie umlenken, um die Spur mit kontrollierten
Bewegungen zu wechseln. Gleich die die meisten Unfälle, können
Überschläger verindert werden, wenn man vorsichtig fährt.
Trinken Sie nicht, wenn Sie fahren müssen. Fahren Sie nicht,
wenn Sie müde sind und unternehmen Sie am Steuer nichts, was Sie
ablenken könnte."
Springen? Wieso sollte ein Auto springen?! Was sind
"Überschläger"? Wie viele Räder sind "Wie oder mehr"?
Mazda wollte den Qualitätslevel der Kollegen von Suzuki
offensichtlich halten. In einer - zugegebenermaßen schon etwas
älteren Anleitung hieß es wortwörtlich:
"Beim Fahren mit eingeklappten Außenspiegeln ist die Sicht
nach hinten begrenzt, sodass sich die Unfallgefahr deutlich
erhöht".
Offensichtlich an Mazda fahrende Airportangestellte gerichtet war
der Hinweis:
"Bei Verwendung von Kerosin für Dieselmotoren wird der
Motor beschädigt".
Zurück zu Suzuki - dort verstand man es zumindest immer schon,
Prioritäten zu setzen:
"Versuchen Sie nicht, das Stoffdach während dem Fahren zu
öffnen. Dabei können Sie die Kontrolle über das Fahrzeug
verlieren oder den Stoff beschädigen".
Gut zu wissen war auch:
"Das Stoffdach dient einzig und allein als Schutz gegen
Witterungseinflüsse. Es ist nicht dafür ausgelegt, bei einem
Unfall die Insassen im Fahrzeuginneren zu halten."
Zum gleichen Zeitpunkt unterrichtete Honda die Käufer
allradbetrieber Fahrzeuge über die wahren Gefahren des
Geländefahrens - dort fehlen nämlich die Verkehrszeichen. So
hieß es in einer frühen CR-V-Bedienungsanleitung im Kapitel
"Richtlinien zum Geländefahren" wie folgt:
"Auf vielen unbefestigten Straßen finden Sie keine
Spurmarkierungen, Ampeln, Verkehrszeichen etc., die auf Gefahren
hinweisen. Sie müssen selber ständig die Situation im Auge
behalten und verantwortlich fahren".
Die Prioritäten setzte Honda aber ganz anders - der CR-V musste
stets nett und adrett sein. Der korrekten Anbringung der
"weichen Reserveradabdeckung" wurden nämlich nicht weniger als 3
(!) Seiten und 8(!) erklärende Skizzen gewidmet. Sehr wichtig
für Honda war es, dass nach der Befestigung das Firmenlogo auf
der Abdeckung gut zu lesen war:
"Die Abdeckung in 10-Uhr-und 2-Uhr-Position halten, dann die
Oberseite über das Reserverad setzen", hieß es. Und jetzt
kommt's: "Zurücktreten, um die Ausrichtung des Logos zu
überprüfen. Die Abdeckung erforderlichenfalls ausrichten, bis
das Logo gerade ist."
Glauben Sie es uns: Bedienungsanleitungen für Autos sind
unerschöpfliche Quellen der Erkenntnis ... lesen Sie sich jene
Ihres Fahrzeuges in einer stillen Stunde ganz genau durch - Sie
werden begeistert sein.
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teilen, freuen wir uns über Ihr E-Mail an
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