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Best of ... Bedienungsanleitungen
Sie kaufen sich ein neues Allradgefährt und glauben, die mitgelieferte Bedienungsanleitung nicht lesen zu müssen? Weit gefehlt ... Sie versäumen einiges!

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09.11.2009

In diesen unvergleichlichen Werken automotiver Schreibkunst finden sich nämlich Hinweise von tief gehender Erkenntnis und Weisheit ...

Viele, viele allradgetriebene Testfahrzeuge durften wir in den vergangenen Jahren "erfahren". Zugegeben ... wir haben auch nicht alle Bedienungsanleitungen gelesen. Doch manchmal haben wir es doch geschafft, uns nach einem aufregenden Tag mit Fahrten über Stock und Stein gemütlich zurückzulehnen und die Tipps und Tricks der Handschuhfachlektüre zu genießen - und für's automobile Leben zu lernen ...

Den größten Wert legen die Automobilbauer darauf, den Fahrer mit hilfreichen Hinweisen sicher an sein Ziel zu bringen. Suzuki ganz besonders. In der Bedienungsanleitung für den Jimny hieß es zum Beispiel im Kapitel "Fahrt auf asphaltierten Straßen" (Originalwortlaut):

"Die Unfallstatistiken zeigen, dass die meisten Unfälle und Überschläge bei Geländefahrzeugen auftreten, wenn der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verliert und bei Verlassen der asphaltierten Straßen auf einer Böschung, Bordstein oder anderen Hindernissen aufsitzt".

Gut ... da hatten wir doch schon etwas gelernt ...

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Noch schwieriger wird es generell, wenn man einmal nicht auf befestigten Straßen fährt: Das Thema "Abfahren von der Straße" beinhaltet nämlich ebenfalls interessante Erkenntnisse. So hieß es in der Jimny-Anleitung wortwörtlich:

"Sie können die Gefahr verringern, indem Sie immer die Kontrolle über das Fahrzeug behalten". Aha. Und: "Der Fahrer verliert die Kontrolle meist, wenn sie unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen stehen, am Lenkrad einschlafen, abgelenkt werden oder zu schnell für die Straßenbedingungen fahren."

"Don't drink and dope" hätte es wohl gleich gut ausgedrückt.

Damit die Intellektuellen unter den Suzuki-Fahrern nicht zu kurz kamen, gab es in der Anleitung auch Sprachrätsel, die es aufzulösen galt. Suzuki bediente sich dabei doppelter Verneinungen. So wird das Offroadfahren ganz easy:

"Schalten Sie nicht von "2H" auf "4H", wenn die Vorderräder nicht ganz gerade stehen und die Geschwindigkeit des Fahrzeuges nicht unter 100 km/h liegt."

Nicht ... unter ... 100 ... km/h ?!

Im Kapitel "Überschlag auf der Straße" kam's dann ziemlich dick - Originalwortlaut:

"Kommt das Fahrzeug aus irgendeinem Grund bei hoher Geschwindigkeit ins Schleudern oder Springen, während Sie sich auf einer asphaltierten Straße befinden, erhöht drastisch die Sturzgefahr. Die kann geschehen, wenn wie oder mehr Räder auf den Seitenstreifen kommen und die Lenkung beim Versuch auf die Straße zurückzukommen forciert wird. Im unter solchen Umständen das Risiko eines Überschlages zu verringern, sollten Sie, falls die Umstände das zulassen, das Lenkrad gut festhalten und abbremsen, bevor sie umlenken, um die Spur mit kontrollierten Bewegungen zu wechseln. Gleich die die meisten Unfälle, können Überschläger verindert werden, wenn man vorsichtig fährt. Trinken Sie nicht, wenn Sie fahren müssen. Fahren Sie nicht, wenn Sie müde sind und unternehmen Sie am Steuer nichts, was Sie ablenken könnte."

Springen? Wieso sollte ein Auto springen?! Was sind "Überschläger"? Wie viele Räder sind "Wie oder mehr"?

Mazda wollte den Qualitätslevel der Kollegen von Suzuki offensichtlich halten. In einer - zugegebenermaßen schon etwas älteren Anleitung hieß es wortwörtlich:

"Beim Fahren mit eingeklappten Außenspiegeln ist die Sicht nach hinten begrenzt, sodass sich die Unfallgefahr deutlich erhöht".

Offensichtlich an Mazda fahrende Airportangestellte gerichtet war der Hinweis:

"Bei Verwendung von Kerosin für Dieselmotoren wird der Motor beschädigt".

Zurück zu Suzuki - dort verstand man es zumindest immer schon, Prioritäten zu setzen:

"Versuchen Sie nicht, das Stoffdach während dem Fahren zu öffnen. Dabei können Sie die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren oder den Stoff beschädigen".

Gut zu wissen war auch:

"Das Stoffdach dient einzig und allein als Schutz gegen Witterungseinflüsse. Es ist nicht dafür ausgelegt, bei einem Unfall die Insassen im Fahrzeuginneren zu halten."

Zum gleichen Zeitpunkt unterrichtete Honda die Käufer allradbetrieber Fahrzeuge über die wahren Gefahren des Geländefahrens - dort fehlen nämlich die Verkehrszeichen. So hieß es in einer frühen CR-V-Bedienungsanleitung im Kapitel "Richtlinien zum Geländefahren" wie folgt:

"Auf vielen unbefestigten Straßen finden Sie keine Spurmarkierungen, Ampeln, Verkehrszeichen etc., die auf Gefahren hinweisen. Sie müssen selber ständig die Situation im Auge behalten und verantwortlich fahren".

Die Prioritäten setzte Honda aber ganz anders - der CR-V musste stets nett und adrett sein. Der korrekten Anbringung der "weichen Reserveradabdeckung" wurden nämlich nicht weniger als 3 (!) Seiten und 8(!) erklärende Skizzen gewidmet. Sehr wichtig für Honda war es, dass nach der Befestigung das Firmenlogo auf der Abdeckung gut zu lesen war:

"Die Abdeckung in 10-Uhr-und 2-Uhr-Position halten, dann die Oberseite über das Reserverad setzen", hieß es. Und jetzt kommt's: "Zurücktreten, um die Ausrichtung des Logos zu überprüfen. Die Abdeckung erforderlichenfalls ausrichten, bis das Logo gerade ist."

Glauben Sie es uns: Bedienungsanleitungen für Autos sind unerschöpfliche Quellen der Erkenntnis ... lesen Sie sich jene Ihres Fahrzeuges in einer stillen Stunde ganz genau durch - Sie werden begeistert sein.


Möchten Sie darin gefundene Weisheiten mit unseren Lesern teilen, freuen wir uns über Ihr E-Mail an info@gelaendewagen.at, bitte mit Quellenangabe. Wir werden diesen Artikel um Ihre Zusendungen erweitern und ergänzen ...

Text und Fotos ©: gelaendewagen.at



 
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