Mehr Bilder!
Unser Warten hat sich gelohnt.
Mit dem "Wildtrak"
vertraute uns Ford Österreich gleich das Topmodell des Ranger an: In
auffällig-lässigem Blitzblau lackiert, mit schönen, 18
Zoll großen Leichtmetallfelgen und einem Sportbügel
auf der Ladefläche, der die Silhouette des Wagens gleichermaßen
streckt und weicher macht hebt sich das Modell ausstattungsmäßig
und optisch recht deutlich von den Standardmodellen "XL", "XLT"
und "Limited" ab.Das Schönste am Spitzenmodell Wildtrak: Dass es
ausschließlich mit dem größeren der beiden für den Ranger
verfügbaren Motoren, dem 3 Liter großen Turbodiesel
namens "Duratorq" geliefert wird. Gleichwohl
die Mehrzahl der Pickup-Kundschaft mit dem 2,5er-Motor, der 143
PS leistet, das Auslangenfinden wird, halten die 3 Liter Hubraum,
was sie versprechen. Sie heben den Ford-Laster (zumindest) auf
Augenhöhe mit der Elite des japanischen Mitbewerbes. 156 PS, 380
Nm maximales Drehmoment deuten schon an, was das Aggregat zu
leisten imstande ist: Mehr als adäquate und standesgemäße
Fortbewegung nämlich, vernünftige Beschleunigung und hohes
Reisetempo werden da ebenso ermöglicht wie knackig-flotte
Zwischensprints, wenn es zum Beispiel ans Überholen geht. Und,
was uns möglicherweise als ein wenig spätpubertär ausgelegt
werden könnte: Mit seinem sonor-souveränen Klang passt der 3
Liter auch akustisch viel, viel besser zum mächtigen Ranger.
Recht happy waren wir auch mit dem Getriebe:
Die fünf Gänge des Schalters lassen sich mittels eines
truckmäßig großen Hebels überaus präzise einlegen
und harmonieren mit ihrer Abstimmung exzellent mit der Kraft des
Motors. Optional bietet Ford für das Modell Limited auch eine -
ebenso fünfgängige - Automatik.
Optisch wird der Wildtrak zusätzlich zu den oben
genannten Gimmicks vom neu gestalteten
Kühlergrill, der kontrastierenden Dachreling und den
seitlichen
Trittbrettern dominiert - letztere sind schön, abseits
befestigter Straßen können die teuren Teile aber schnell Schaden
nehmen.
Wenn wir schon beim Thema "Offroad" sind: Was Puristen freuen
und Technologie-Freaks enttäuschen wird - beim
(zuschaltbaren) Allradantrieb hat
sich gegenüber den Vorgängermodellen nichts geändert. Heißt, wir
haben es schon in mehreren früheren Tests beschrieben: Um den Ranger erstmals dazu zu bewegen, alle Viere zu verwenden, muss
er angehalten werden. Dann kann mittels zweitem Schalthebel
"4WD" gewählt und weiter gefahren werden. Ab diesem Zeitpunkt
sind die Freilaufnaben der Vorderachse gesperrt und es kann auch
während der Fahrt zwischen 2WD und 4WD gewählt werden. Wiederum
nur im Stillstand kann die Getriebeuntersetzung gewählt werden.
Wird der Allradantrieb sicher nicht mehr benötigt, lassen sich
(während der Fahrt und mittels Taste am Armaturenbrett) die
Freilaufnaben wieder freigeben - das spart auch ein wenig Sprit.
Ein nicht ganz unkompliziertes System, das Unkundige zu
Fehlern verleitet. Guter Tipp: Probieren Sie nie, nie, niemals,
während der Fahrt den Allrad einzulegen, wenn die Freilaufnaben
vorher nicht gesperrt wurden. "Schöne Grüße vom Getriebe" hat
man früher zu den Geräuschen gesagt, die dabei entstehen.
(Anmerkung, nur zur Sicherheit: Nein, liebe Leserin, lieber Leser,
wir haben das während unseres Tests nicht probiert ;).
Thema Innenraum. Wir brauchen es nicht
mehr extra zu erwähnen, welche Fortschritte Pickups auf diesem
Gebiet in den letzten Jahren gemacht haben. Stichwort
"Lifestyle-Fahrzeug" statt "Pritschenlaster".
UN e ist auch Ford toll gelungen, den Innenraum auch für Nicht-Allrad-Enthusiasten
attraktiv zu machen.
Der Wildtrak glänzt mit schönen Leder- bzw. Alcantara-Sitzen
und einem ungewöhnlich großzügigen Platzangebot. Dass er der -
pardon - Amerikaner unter den japanischen Pickups in Österreich
ist, unterstreicht der Ranger mit der wuchtig-mächtig geformten
Motorhaube und dem massiv breiten Armaturenbrett, dessen
Dimensionen durch das überraschend kleine Lenkrad noch stärker
wirken. Auch die zweite Sitzreihe bietet mächtig viel
Kniefreiheit, die fast vergessen lässt, dass man in einem Doppelkabiner-Pickup sitzt. Verwendete
Materialien, Optik,
Haptik und Geräuschdämmung sind mehr als adäquat und
konkurrenzfähig.
Und, nicht zu vergessen: Üppig Platz für die Passagiere,
üppig Platz auch für mitgeführtes Gepäck, im Notfall auch den
ganzen Hausrat einer fünfköpfigen Familie. Denn der Ford Ranger
bietet als Doppelkabiner eine mehr als anderthalb Meter lange
Ladefläche, die Nutzlast liegt bei fast einer Tonnen - exakt bei
980 Kilo. Das erklärt recht plausibel, warum der Ranger
ein ziemlich langer Lulatsch geworden ist - 5,17, in Worten:
fünf Meter und siebzehn Zentimeter) misst er nämlich vom
Frontlogo bis zum Auspuff. Das ist eine ganze Menge für Europa -
jenem Kontinent, wo die Normlänge von Garagenparkplätzen 4,5 Meter
beträgt.
Wenn Sie ernsthaft dran denken, Ihren gesamten Hausrat im
Ranger herumzukutschieren, sollten Sie statt der in unserem
Testauto montierten und ansonsten wirklich coolen Laderaumrollo
ein Hardtop über die Ladefläche Ihres Rangers spannen lassen -
das bringt's betreffend Stauraum deutlich. Ford hat da Einiges
dazu im Angebot. Bei einer Entscheidung zugunsten eines Hardtops
entscheiden Sie sich aber auch gegen einen Wildtrak, Sportbügel
und Hardtop zusammen spielt's nämlich leider nicht. Doch
auch der Limited ist exzellent ausgestattet.
Ein Blick in die Preisliste verrät, dass der
allradgetriebene Ford Ranger in der Basiskonfiguration XL
bereits ab vernünftigen 21.900 Euro (exkl. MwSt.)
erhältlich ist. Der Preis für den top ausgestatteten Wildtrak,
wie wir ihn getestet haben, liegt bei 30.800 Euro.
Für Normalsterbliche, die dem Kaufpreis auch noch 20 Prozent
Mehrwertsteuer zuzurechnen haben, bedeutet das einen
Verkaufspreis von exakt 36.960 Euro.
Um dieses Geld gibt es jede Menge Auto mit jeder Menge Nutzwert.
Mit überschaubarer Technik können Pickups meist deutlich
günstiger angeboten werden als konventionelle Geländewagen.
Robuster sind sie mit ihrem Zuschaltallrad und Blattfedern oft
auch noch. Das mag generell mit ein Grund sein, warum ihre
Verkaufszahlen im Vergleich zu den "echten" Offroadern bei
weitem nicht so massiv eingebrochen sind.
Ford kann mit dem Ranger zu all diesen Tugenden auch noch auf
eine ausgezeichnete Ausstattung, eine mehr als
adäquate Motor-/Getriebekombi und ausgezeichnete
Fahreigenschaften verweisen. Herz, was willst Du mehr?
Mehr Bilder!
|