home news modellvorstellungen tests concepts specials zubehoer history community marktplatz
Nachgeliefert:
Ford Ranger Wildtrak im Test
Bei unserem "Pickup-Testival" im Frühjahr gab es den facegelifteten Ford Ranger leider noch nicht. Jetzt, mit Verfügbarkeit der ersten Testfahrzeuge, freuen wir uns, einen Fahrbericht nachliefern zu können.
24.08.2009
Mehr Bilder!


Unser Warten hat sich gelohnt. Mit dem "Wildtrak" vertraute uns Ford Österreich gleich das Topmodell des Ranger an: In auffällig-lässigem Blitzblau lackiert, mit schönen, 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen und einem Sportbügel auf der Ladefläche, der die Silhouette des Wagens gleichermaßen streckt und weicher macht hebt sich das Modell ausstattungsmäßig und optisch recht deutlich von den Standardmodellen "XL", "XLT" und "Limited" ab.

Das Schönste am Spitzenmodell Wildtrak: Dass es ausschließlich mit dem größeren der beiden für den Ranger verfügbaren Motoren, dem 3 Liter großen Turbodiesel namens "Duratorq" geliefert wird. Gleichwohl die Mehrzahl der Pickup-Kundschaft mit dem 2,5er-Motor, der 143 PS leistet, das Auslangenfinden wird, halten die 3 Liter Hubraum, was sie versprechen. Sie heben den Ford-Laster (zumindest) auf Augenhöhe mit der Elite des japanischen Mitbewerbes. 156 PS, 380 Nm maximales Drehmoment deuten schon an, was das Aggregat zu leisten imstande ist: Mehr als adäquate und standesgemäße Fortbewegung nämlich, vernünftige Beschleunigung und hohes Reisetempo werden da ebenso ermöglicht wie knackig-flotte Zwischensprints, wenn es zum Beispiel ans Überholen geht. Und, was uns möglicherweise als ein wenig spätpubertär ausgelegt werden könnte: Mit seinem sonor-souveränen Klang passt der 3 Liter auch akustisch viel, viel besser zum mächtigen Ranger.

Recht happy waren wir auch mit dem  Getriebe: Die fünf Gänge des Schalters lassen sich mittels eines truckmäßig großen Hebels überaus präzise einlegen und harmonieren mit ihrer Abstimmung exzellent mit der Kraft des Motors. Optional bietet Ford für das Modell Limited auch eine - ebenso fünfgängige - Automatik.

Optisch wird der Wildtrak zusätzlich zu den oben genannten Gimmicks vom neu gestalteten Kühlergrill, der kontrastierenden Dachreling und den seitlichen Trittbrettern dominiert - letztere sind schön, abseits befestigter Straßen können die teuren Teile aber schnell Schaden nehmen.

Wenn wir schon beim Thema "Offroad" sind: Was Puristen freuen und Technologie-Freaks enttäuschen wird - beim (zuschaltbaren) Allradantrieb hat sich gegenüber den Vorgängermodellen nichts geändert. Heißt, wir haben es schon in mehreren früheren Tests beschrieben: Um den Ranger erstmals dazu zu bewegen, alle Viere zu verwenden, muss er angehalten werden. Dann kann mittels zweitem Schalthebel "4WD" gewählt und weiter gefahren werden. Ab diesem Zeitpunkt sind die Freilaufnaben der Vorderachse gesperrt und es kann auch während der Fahrt zwischen 2WD und 4WD gewählt werden. Wiederum nur im Stillstand kann die Getriebeuntersetzung gewählt werden. Wird der Allradantrieb sicher nicht mehr benötigt, lassen sich (während der Fahrt und mittels Taste am Armaturenbrett) die Freilaufnaben wieder freigeben - das spart auch ein wenig Sprit.

Ein nicht ganz unkompliziertes System, das Unkundige zu Fehlern verleitet. Guter Tipp: Probieren Sie nie, nie, niemals, während der Fahrt den Allrad einzulegen, wenn die Freilaufnaben vorher nicht gesperrt wurden. "Schöne Grüße vom Getriebe" hat man früher zu den Geräuschen gesagt, die dabei entstehen. (Anmerkung, nur zur Sicherheit: Nein, liebe Leserin, lieber Leser, wir haben das während unseres Tests nicht probiert ;).

Thema Innenraum. Wir brauchen es nicht mehr extra zu erwähnen, welche Fortschritte Pickups auf diesem Gebiet  in den letzten Jahren gemacht haben. Stichwort "Lifestyle-Fahrzeug" statt "Pritschenlaster". UN e ist auch Ford toll gelungen, den Innenraum auch für Nicht-Allrad-Enthusiasten attraktiv zu machen.

Der Wildtrak glänzt mit schönen Leder- bzw. Alcantara-Sitzen und einem ungewöhnlich großzügigen Platzangebot. Dass er der - pardon - Amerikaner unter den japanischen Pickups in Österreich ist, unterstreicht der Ranger mit der wuchtig-mächtig geformten Motorhaube und dem massiv breiten Armaturenbrett, dessen Dimensionen durch das überraschend kleine Lenkrad noch stärker wirken. Auch die zweite Sitzreihe bietet mächtig viel Kniefreiheit, die fast vergessen lässt, dass man in einem Doppelkabiner-Pickup sitzt. Verwendete Materialien, Optik, Haptik und Geräuschdämmung sind mehr als adäquat und konkurrenzfähig.

Und, nicht zu vergessen: Üppig Platz für die Passagiere, üppig Platz auch für mitgeführtes Gepäck, im Notfall auch den ganzen Hausrat einer fünfköpfigen Familie. Denn der Ford Ranger bietet als Doppelkabiner eine mehr als anderthalb Meter lange Ladefläche, die Nutzlast liegt bei fast einer Tonnen - exakt bei 980 Kilo. Das erklärt recht plausibel, warum der Ranger  ein ziemlich langer Lulatsch geworden ist - 5,17, in Worten: fünf Meter und siebzehn Zentimeter) misst er nämlich vom Frontlogo bis zum Auspuff. Das ist eine ganze Menge für Europa - jenem Kontinent, wo die Normlänge von Garagenparkplätzen 4,5 Meter beträgt.

Wenn Sie ernsthaft dran denken, Ihren gesamten Hausrat im Ranger herumzukutschieren, sollten Sie statt der in unserem Testauto montierten und ansonsten wirklich coolen Laderaumrollo ein Hardtop über die Ladefläche Ihres Rangers spannen lassen - das bringt's betreffend Stauraum deutlich. Ford hat da Einiges dazu im Angebot. Bei einer Entscheidung zugunsten eines Hardtops entscheiden Sie sich aber auch gegen einen  Wildtrak, Sportbügel und Hardtop zusammen spielt's nämlich leider nicht.  Doch auch der Limited ist exzellent ausgestattet.

Ein Blick in die Preisliste verrät, dass der allradgetriebene Ford Ranger in der Basiskonfiguration XL bereits ab vernünftigen 21.900 Euro (exkl. MwSt.) erhältlich ist. Der Preis für den top ausgestatteten Wildtrak, wie wir ihn getestet haben, liegt   bei 30.800 Euro. Für Normalsterbliche, die dem Kaufpreis auch noch 20 Prozent Mehrwertsteuer zuzurechnen haben, bedeutet das einen Verkaufspreis von exakt 36.960 Euro.

Um dieses Geld gibt es jede Menge Auto mit jeder Menge Nutzwert.

Mit  überschaubarer Technik können Pickups meist deutlich günstiger angeboten werden als konventionelle Geländewagen. Robuster sind sie mit ihrem Zuschaltallrad und Blattfedern oft auch noch. Das mag generell mit ein Grund sein, warum ihre Verkaufszahlen im Vergleich zu den "echten" Offroadern bei weitem nicht so massiv eingebrochen sind.

Ford kann mit dem Ranger zu all diesen Tugenden auch noch auf eine ausgezeichnete Ausstattung, eine mehr als adäquate Motor-/Getriebekombi und ausgezeichnete Fahreigenschaften verweisen. Herz, was willst Du mehr?


Mehr Bilder!
 

Ford Ranger Wildtrak im Test

Mehr Bilder!

 
Ford Ranger Wildtrak im Test
Text und Fotos: gelaendewagen.at
 

Ford Ranger Wildtrak
Die Daten

Motor: "Duratorq" Vierzylinder Turbodieselmotor mit Common-Rail-Einspritzung, 2.953 cm3, 156 PS, 380 Nm bei 1.800 U/min

Getriebe:
5-Gang-Schaltgetriebe

Verbrauch: 9,2 l
CO2-Emissionen: 252 g/km

Länge/Breite/Höhe: 5.173/1.805/1.762mm
Leergewicht:
1.830 kg
Nutzlast:
980 kg
zul. Anhängelasten:
3.000/750 kg (gebremst/ungebremst)

Ladefläche (Länge/Breite): 1.530/1.456mm

Allrad/Gelände: Zuschaltbarer Allradantrieb mit Untersetzung, 205 mm Bodenfreiheit, 750 mm Wattiefe, Böschungswinkel 34° vorne, 20° hinten, Rampenwinkel 28 °,

Basisausstattung (Auszug):
Fahrer- und Beifahrerairbags, Allradantrieb, ABS, elektr. Außenspiegel, Radio mit CD-Playerelektr. Wegfahrsperre, elektr. Fensterheber, 3 Jahre / 100.000 km Garantie, Verzurrösen, Zentralverriegelung


Mehrausstattung des Modells "Wildtrak" (Auszug):
Fußmatten mit "Wildtrak"-Logo, Klimaanlage, Laderaumschutzwanne, Lederlenkrad und -schaltknauf, Nebelscheinwerfer, Premium-Audiosystem mit 6-fach CD-Wechsler, Seitenairbags, verchromte Außenspiegel mit LED-Blinkern, Fußraumbeleuchtung, Lederpolsterung, Offroad-Infocenter, Park-Pilot hinten, dunkel getönte Scheiben hinten, beheizbare Sitze, Alupedale, Dachreling, Heckleuchtenschutz, Leder-/Alcantara-Ausstattung mit "Wildtrak"-Logo, Sportbügel in Wagenfarbe auf der Ladefläche, Trittbretter aus Alu, Styling-Kit außen mit Wildtrak-Schritzug, 18"-Leichtmetalfelgen mit 225/60R18-Bereifung


Basispreis (Modell "XL" mit Doppelkabine):
ab € 27.480,--

Preis des Testwagens:
€ 36.960,--
(Laderaum-Rollo zus. € 1.680,--)
 

 
Ford Ranger Wildtrak im Test
 
Ford Ranger Wildtrak im Test
 
Ford Ranger Wildtrak im Test
 

gelaendewagen.at Test Nr. 76



 
(c) allradnews.at & gelaendewagen.at