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Test!
Mit dem Mazda BT-50 beginnen wir unser "Pickup-Testival":
5 der beliebtesten Pritschenlaster werden wir in den nächsten
Wochen nacheinander unter die Lupe nehmen.
Gerade einmal 2 Jahre ist der BT-50 nun auf dem Markt und Mazda
hat ihm schon ein (sanftes) Facelift verpasst. So sanft ist es
ausgefallen, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um die
Unterschiede zwischen alt und neu zu erkennen. Die
reduzieren sich außen auf die geringfügig modifizierte
Frontschürze und die neuen Scheinwerfer. Ein bisschen mehr hat
sich im Innenraum getan: Das Armaturenbrett wurde schicker und
moderner gestaltet, ein MP3-fähiges Audiosystem eingepflanzt und
- ein durchaus beachtenswertes Novum - erstmals ist der
BT-50 mit (noch dazu beheizbarerer) Lederbestuhlung orderbar, konkret
im
Topmodell "GT".
Sonst ist, was ja a priori nichts Schlechtes ist, alles beim
Alten geblieben:
Bewährtes: Der Motor
So wird der rund 5 Meter lange Laster weiterhin von einem
2,5 Liter großen Common Rail Diesel mit 143 PS angetrieben, der frisch
gestartet überraschend lautstark "knurspelt" (danke an die
Autorevue für diesen Ausdruck), den BT-50 aber dank erfreulicher
Drehmomentpotenz (330 Nm) - recht kräftig
anzutreiben versteht. Auf Betriebstemperatur gebracht sind auch
die Arbeitsgeräusche durchaus ok.
Bewährtes, die 2.: Das Getriebe
Motor- und Getriebevielfalt spielt's nicht bei Mazda: Der Diesel ist
das einzige erhältliche Aggregat, gekoppelt ist es immer mit
einem 5-Gang-Schaltgetriebe. Passt ja auch - weil die Kombi
durchaus pickupwürdig ist. Weil neben dem braven Motor das 5-Gang-Schaltgetriebe
praktisch ohne Fehl und Tadel ist, sich sauber schalten lässt
und ebenso sauber abgestuft ist. Mit einem winzigen Punkteabzug
für den etwas zu lahmen 2. Gang, mit dem sich Rollstopps im Stau kaum
bewerkstelligen lassen - da muss man die Erste reinwürgen oder,
noch schlechter, die Kupplung ziemlich schleifen lassen.
Fahrwerk / Fahrverhalten
Was ebenfalls unverändert geblieben ist, ist das Fahrwerk,
ganz typisch im Pickup-Stil: Mit einer recht komfortablen
Vorder- und einer auf Schwerlasten ausgelegten, natürlich von
Blattfedern gestützten und entsprechend bärbeissigen
Hinterachse. Die Mazda-Ingenieure haben aus dieser
Konfiguration aber dennoch ein durchaus akzeptables
Fahrverhalten gezaubert, das zumeist entspanntes Fahrten ermöglicht.
Dass die Hinterhand des BT-50 (wie bei den meisten anderen
Pickups) speziell von Unkundigen mit ein wenig Basisrespekt
bedacht werden und die Wahl der Fahrgeschwindigkeit
prinzipiell eine Vernunftentscheidung sein sollte, haben wir
schon bei unserem letzten BT-50-Test erwähnt.
Dieses Mal ist uns besonders aufgefallen, dass Mazdas Pickup
beim Überfahren kurzer Querrillen zu ebenso kurzen
und
recht heftigen Nickbewegungen neigt.
Innenraum: Neues zum Wohlfühlen
Die wohl wichtigsten Neuerungen gibt es wie erwähnt im Innenraum
- mit einem wertigeren Armaturenbrett und - eher ungewöhnlich im Pickupsegment - einer
optionalen Lederausstattung für das
Topmodell "GT". Schön: Dass Qualität und Verarbeitung des Leders
top sind. Dass die Sitze vorne auch beheizbar sind. Nicht ganz
so schön: Dass diese weiterhin händisch verstellt werden müssen.
Und dass gerade die neu gestaltete Armaturentafel unter Last
recht kräftig knarzte, haben wir als Ironie empfunden. Letzteres
ist aber sicher ein behebbares und hoffentlich ein individuelles,
sprich auf unser Testauto beschränktes Problem.
Platz ist mehr als ausreichend, im neuen BT-50. 4, eventuell
sogar 5 Personen finden ein bequemes Plätzchen mit ausreichend
Knie- und Ellenbogenfreiheit. Person Nummer 5 hinten in der
Mitte muss aber mit einem Beckengurt vorlieb nehmen.
Häufig genannter Kritikpunkt: Selbst bei modernen Pickups wie
dem BT-50 ist die Handbremse noch als "Krückstock"
ausgeführt. Die ist schwerer zu bedienen als eine konventionelle
Handbremse, zielt direkt auf das rechte Fahrerknie und
birgt so ein recht hoh4s Verletzungsrisiko bei einem Unfall.
Außen
Uns bot sich während des Tests die wohl edelste Form des
BT-50-Fahrens: Der "GT" mit Leder war in einem eleganten
Dunkelgrün lackiert. Die Edelstahltrittbretter sind
in der Praxis zwar von geringem Nutzen, strecken aber den Wagen
optisch und geben seinem Gesamtbild einen hübschen, edlen
Zusatzakzent.
Gut ins optische Gesamtbild passte auch das Rollo zur
Abdeckung der Ladefläche. Das als Zubehör erhältliche Teil
degradiert die Ladefläche zwar zu einem Kofferraum, ist aber
sehr praktisch und schränkt die Begehbarkeit der Ladefläche
nicht ein. Weiterer großer Vorteil: Die fast legendäre
Übersichtlichkeit von Pickups wird durch ein Rollo auf Niveau
der Ladeflächenoberkante nicht eingeschränkt - im Unterschied zu
drallen Hardtops, die noch dazu typisiert werden müssen.
Ein wenig Boulevard-Laster also, unser Test-BT-50. Das soll aber
nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wagen auch als echtes
Arbeitstier eingesetzt werden kann. Die Basismodelle sind
deutlich nutzenorientierter, ganz ohne Schnickschnack.
Vernünftige Bodenfreiheit, zuschaltbarer Allradantrieb,
eine Nutzlast von erstaunlichen 930 Kilogramm und eine
trotz Doppelkabine über 1,5 Meter lange Ladefläche haben
Basis- und Topmodelle gemeinsam und erfreuen Gewerbetreibende
gleichermaßen wie freizeitorientierte Privatleute.
Marktumfeld, Preise
Mit 171 Neuzulassungen nahm der BT-50 im Jahr 2008
den 6. Rang in der österreichischen Pickup-Beliebtheitsskala
ein. Angesichts unserer Testerkenntnisse kann man sagen: Ein
wenig wird er unter seinem Wert geschlagen, der BT-50.
Interessant ist Mazdas Preispolitik: Das
Doppelkabiner-Basismodell "CE" ist für seine nicht
überwältigende Basisausstattung mit 26.980 Euro nicht
billig, das Topmodell "GT Leder" bietet mit üppiger
Ausstattung und einem Preis von 31.790 Euro dafür ein
sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
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