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Der Porsche unter den SUVs |
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Der Cayenne Diesel im Test... |
| 10.07.2009 |
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Mit dem Cayenne hat Porsche 2002 mit der Tradition
gebrochen, ausschließlich Sportwagen zu bauen. Für den
Hersteller aus Zuffenhausen eine mittlere Revolution, aber auch
eine wirtschaftliche Notwendigkeit: Zu Zeiten der SUV-Hochblüte
rettete der erste hochbeinige Wagen des Hauses die
Unternehmensbilanz - von der ersten Cayenne-Generation wurden
bis 2007 nicht weniger als 150.000 Stück verkauft. Die zweite
Generation ist bislang sogar noch erfolgreicher - rund 100.000
Porsche-SUVs fanden in den letzten beiden Jahren einen Besitzer.
2008 machte Porsche offiziell, was man hinter
vorgehaltener Hand schon länger gemunkelt hatte und Puristen
vorab kalte Schauer über den Rücken trieb: Der Cayenne mit
Dieselmotor wurde angekündigt. Wenn man schon mit Audi und
VW bei der Entwicklung einer SUV-Basis zusammen gearbeitet
hatte, konnte man doch auch gleich den leistungsstarken, von
Audi gebauten 3.0 Liter Diesel mit verwenden, der auch in
Q7 und Touareg verbaut wird, dachte man sich in Stuttgart.
Eine grandiose Entscheidung, zu der man Porsche nur gratulieren
kann - nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus
fahrerischer Sicht. Porsche hat es nämlich verstanden, dem
Package aus Motor, der serienmäßigen 6-Gang-Tiptronic und dem
erstaunlichen Fahrwerk eine souveräne Sportlichkeit zu
geben, die im Segment ihresgleichen sucht.
Porsche bleibt Porsche: Der sechszylindrige 3 Liter
Diesel mit 240 PS und beachtlichen 550 Newtonmetern
ist eine pure Freude, kennt keine Schwächen oder Turbolöcher
und schiebt den Cayenne mit einer Vehemenz voran, die den
Mitbewerb zuweilen auch dann blass aussehen lässt, wenn er mit 2
Zylindern mehr aufkreuzt. Die 8,9 Sekunden bis Tempo 100,
die sich im Datenblatt finden, nehmen wir Porsche deshalb auch
wirklich ab, ebenso wie die Topgeschwindigkeit von 214 km/h.
Geringfügige Skepsis erlauben wir uns beim angegebenen
Durchschnitts-Spritverbrauch zu äußern - 9,3 Liter pro 100
Kilometer dürften nur für Baldrian schluckende Hutfahrer zu
erreichen sein, einer Fahrerspezies, die sich nur recht selten
hinter dem Volant eines Cayenne findet. Wobei: Ein Säufer ist
der Porsche-SUV auch nicht - trotz eines zugegebenermaßen recht
forcierten Fahrstils dürften wir in unserem Test nur rund 11
Liter pro 100 verbrannt haben.
Genannter forcierter Fahrstil wird einem vom Cayenne nahezu
aufgedrängt: Wir sind kaum jemals in einem SUV gesessen, der
dermaßen zum, pardon, Bolzen animiert: Die die Lendenwirbelsäule
umschmeichelnden Schalensitze, das perfekt in den Händen
liegende Lenkrad, das heisere Anspringen des Diesels,
sein sonor-böses Grummeln bei Leerlaufdrehzahl, sein
aggressives Bellen beim Kickdown, das hoch präzise Fahrwerk
und die intelligente 6-Gang-Tiptronic mit 2 Schaltwippen am
Lenkrad - was sollen wir Ihnen sagen ...
Letztere findet sich übrigens serienmäßig im
Diesel-Cayenne und schaltet so präzise und "a point", dass man
sich kaum jemals den Zusatzaufwand des "Händischschaltens" antut
(wir geben zu: Cayenne-Fahrer mit noch sportlicheren Ambitionen
werden dem aber wohl widersprechen).
Echtes Goody in unserem Testfahrzeug war die optionale (und
stolze 3.561 Euro teure) Luftfederung. Nicht nur, dass
sie mit SUV-untypischen, weil absolut brillianten
Straßeneigenschaften aufwartet - der Cayenne erinnert in
schnellen Kurven, positiv gemeint, fast an ein Go-Cart - sie
sorgt auch dafür, dass der Wagen im Gelände eine recht gute
Figur macht.Offroad-affine Leserschaft - bitte nicht
lachen: Die hard Facts sprechen eine deutliche Sprache, der
Cayenne ist auch ein Geländewagen: Die Luftfederung liftet den
Bauch des Cayenne auf 271 Millimeter (!) über Grund. Das
fast reinrassige Offroad-Tierchen Suzuki Jimny bietet da z.B.
fast 10 Zentimeter weniger. Dazu hat der Cayenne eine mit
2,7:1 überaus kurze Getriebeuntersetzung, die ein
echtes Kriechen im böseren Gelände ermöglicht. Über den an der
Mittelkonsole befindlichen Wippschalter lässt sich zusätzlich
eine elektronisch gesteuerte Längssperre aktivieren. Die
meisten Cayenne-Fahrer werden diese Gelände-Features wohl kaum
jemals brauchen - es ist trotzdem gut zu wissen, dass sie mit an
Bord sind, wenn's doch einmal ins Grobe gehen muss oder soll.
Und der Porsche-Credibility schaden sie auch nicht gerade.
Dennoch sind wir der Überzeugung, dass ein Porsche primär auf
der - befestigten - Straße gehalten werden sollte, was wir im
Zuge unseres ausgiebigen Tests auch gemacht haben. Und den Luxus
der im Testwagen üppig vorhandenen Optionalausstattung
genossen haben: Unserem Diesel-Cayenne, dessen Basispreis mit
69.180 Euro angegeben wird, wurde unter anderem eine
Ganzlederausstattung, ein Bose-Soundsystem, ein
Navigationssystem mit großem (aber leider viel zu tief
angebrachten) Bildschirm, ein Schiebe- und Hubdach sowie
Bi-Xenon-Scheinwerfer gegönnt. Das alles leider zu Preisen, die
Normalsterbliche vor Schreck erbleichen lassen: In der Liste
steht bei Navi, Luftfederung, und Ganzleder jeweils eine "3" vor
dem (natürlich vierstelligen) Preis. Unterm Strich ergab das bei
unserem Testwagen eine Summe von ... siehe rechts in der
Infobox.
Beim Diesel-Cayenne Schwächen zu finden, war richtig
schwierig: Beim genannten, zu tief angebrachten
Navibildschirm sind wir wie erwähnt fündig geworden. Dass
der Wagen mit seinen etwas barocken Formen und üppigen
Abmessungen nicht gerade übersichtlich ist, ist ebenfalls
erwähnenswert - das Einparken speziell
in Garagen wird für den Cayenne-Unerfahrenenen in den ersten
Tagen ein wenig zur Nervenprobe. Und ganz subektiv lagen uns die
drei auswählbaren Stufen der Fahrwerksabstimmung - "sport",
"normal" und "comfort" performancemäßig zu nahe beieinander, bei
normaler Fahrt waren kaum Unterschiede zu merken.
Das Gesamt-Package kann aber rundum überzeugen -
der Cayenne-Käufer bekommt, was er sich (für den recht hohen
Preis) auch verdient: Außerordentliche Leistungsfähigkeit
speziell auf, aber auch abseits befestiger Straße und ein in
jeder Lage mehr als souveränes Auto mit überzeugender,
höchstwertiger Ausstattung. Den hohen Glamourfaktor
gibt's gratis noch dazu. Und selbst die luxusverwöhnte Klientel
hat längst wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass auch ein
Porsche mit Selbstzünder ein echter Porsche ist.
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| Text und Fotos: gelaendewagen.at |
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Motor: V6-Dieselmotor mit Common Rail Direkteinspritzung,
Turbolader mit variabler Geometrie, 2 Ladeluftkühler, 240 PS,
550 Nm, Euro 4
Getriebe: 6-Gang-Automatikgetriebe (Tiptronic)
Höchstgeschwindigkeit: 214 km/h
Verbrauch: 9,3 l gesamt (Herstellerangabe)
CO2-Emissionen: 244 g/km
Länge/Breite/Höhe: 4.798/1.928/1.699mm
Leergewicht: 2.240 kg
zul. Anhängelasten: 3.500/750 kg (gebremst/ungebremst)
Allrad/Gelände: permanenter Allradantrieb mit
Untersetzung, elektronisch gesteuerte Längssperre, (optional)
Luftfederung mit Höhenverstellung
Basisausstattung (Auszug):
ABS; Airbags für Fahrer und Beifahrer, Alarmanlage mit
Innenraumüberwachung, Allradantrieb, Außenspiegel verstell- und
beheizbar, Bordcomputer, 3. Bremsleuchte, CD-Radio, CD-Wechsler
Vorbereitung, Dachschienen, Dachspoiler, Einstiegsleisten aus
Alu, Ganzledersitze, Heckklappe elektrisch, Klimaanlage manuell,
kühlbares Handschuhfach, Nebelscheinwerfer, Porsche Stability
Management PSM, Porsche Traction Management PTM, 17-Zoll-Räder,
Regensensor, Servo, Skisack, Tagfahrlicht, Tiptronic, Vorrüstung
Vehicle Tracking System, Zentralverriegelung mit Fernbedienung
Mehrausstattung des Testfahrzeuges: Bi-Xenon Scheinwerfer,
BOSE Surround Sound System, Einparkhilfe, Exterieur-Paket
schwarz, Fußmatten vorne und hinten Velours,
Ganzleder-Ausstattung, Tempomat, elektronische Klimaanlage,
Kopfstützen mit Porsche-Wappen, Luftfederung, Navigationssystem,
Privacy-Verglasung, 20-Zoll-Räder, Schiebe-/Hubdach, Servotronic,
Sitzheizung vorne, Lenkradheizung, Telefonmodul, universelle
Audio-Schnittstelle
Basispreis: € 69.180,--
Preis des Testwagens: € 95.331,--
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gelaendewagen.at Test Nr. 74 |
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