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Pickup-Testival, 4. Teil:
Der Toyota Hilux
Wir sind den besten Hilux aller Zeiten gefahren...
09.03.2009
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Im Pickup-Segment bahnt  sich eine Überraschung an: Der neue Toyota Hilux verkaufte sich in Österreich im Jänner 2009 nämlich mehr als doppelt so gut als jeder andere erhältliche Pritschenlaster.

"Was ein Pickup schöner ist als ein Lastwagen, ist ein Luxus" - dieser Spruch frei nach Tante Jolesch hat heutzutage längst keine Gültigkeit mehr. Toyota hat recht lange daran festgehalten, man konnte es sich leisten: Denn der Hilux verkaufte sich trotzdem gut - weil er immer schon einen Ruf wie Donnerhall hatte, was seine Unverwüstlichkeit und Dauerlaufeigenschaften betrifft. Rein aus ästhetischen Gründen entschied sich, seien wir ehrlich, kaum jemand für den Hilux.

Im 21. Jahrhundert aber, das bislang vom durchaus hinterfragenswerten Begriff des "Lifestyles" geprägt war, gehört zu einem automobilen Statussymbol mehr als nur Langlebigkeit. Da müssen auch Optik, Komfort und Coolness-Faktor passen. Mit dem aktuellen Modell, für das Jahr 2009 noch einmal sanft behübscht, hat Toyota bewiesen, dass man diese Entwicklung verstanden hat.

Oder anders gesagt, man darf es durchaus ein wenig euphorischer ausdrücken: Den Japanern ist mit dem neuen Hilux nun auch optisch der große Wurf gelungen. Bullig und breit ist er, der Neue, mit deutlich ausgestellten Radhäusern und markanter, vom Chromgrill und der hohen Nase geprägten Frontpartie. Mächtig wirkt er, mit seiner Länge von erstaunlichen 5,25 Metern. Zudem kann man nun endlich zwischen anderen Lackfarben als Beige, Weiß, Rot und Schwarz wählen. Im Falle unseres Testwagens ein wunderschönes "Azurblau Metallic" zum Beispiel. Ein wenig Chrom-Zierat hier, ein paar hübsche Alufelgen da, dazu fesche Trittbretter ... fertig ist der Trendlaster.

Und mit noch einer  Tradition hat Toyota mit der Einführung des neuen Modells gebrochen: Jener, dass Turbodieselmotoren im Hilux nur ganz sanft aufgeladen sein dürfen - auf gut Deutsch: langsam, dafür aber ewig laufen sollen. Zumindest zum Teil gebrochen. Denn für Weltenbummler, den Handwerker und den Förster gibt es noch immer den 2,5 Liter mit schlaffen, oder wie gesagt unkaputtbaren 120 PS. Mit den, pardon, modernen Hiluxfahrern, die auch einmal die A1-Strecke zwischen Wien und Salzburg in menschenwürdigen 3 Stunden machen wollen, hat Toyota nun aber ein Einsehen gehabt: Und den tollen, tollen 3 Liter großen Diesel aus dem Land Cruiser eingebaut. Und weil dieses Experiment so erfolgreich war, hat man wenig später auch noch die 5-Gang-Automatik, ebenfalls aus dem Cruiser, implantiert.

Operation gelungen - Patient: Fit und munter wie nie zuvor. Denn die genannte Motor-/Getriebekombi, dankenswerterweise auch in unserem Test-Hilux verbaut, ist ganz einfach perfekt für dieses Auto: Souverän schiebt der mit 171 PS vor Kraft strotzende Motor den "nur" 1890 Kilo schweren Laster voran. Der 5-Gang-Automat ist genialer Erfüllungsgehilfe, bleibt aber - so soll es sein - ganz dezent im Hintergrund. Versieht, im Unterschied zu den Aggregaten des Mitbewerbs, völlig unaufgeregt seinen Dienst.

Gewaltige Fortschritte hat Toyota auch beim Fahrwerk gemacht. Wer behauptet, an blattgefederten Hinterachsen könne man nichts mehr verbessern - mühsam bleibe mühsam - möge mit einem neuen Hilux eine Runde drehen - und sich dann unser Redaktionsauto, das 9 Jahre alte Vorvorgängermodell für die selbe Strecke borgen. Glauben Sie es uns: 1000 und 1. Wie frisch asphaltiert zu Feldweg.

Konventionell geht es beim Hilux zu, wenn man den Abstecher ins Gelände wagt: Ein zuschaltbarer Allradantrieb versorgt abseits befestigter Straßen auch die Vorderräder mit Traktion. Durch seinen starren Durchtrieb eignet er sich aber natürlich nur für Strecken, wo es tatsächlich Schlupf gibt. In trockenen Kurven kann es, wie bei anderen Pickups auch, mit eingelegtem "4WD" durchaus zu Verspannungen kommen. Eine kleine Leistungsreserve für die Geländefahrt hält Toyota noch an der Hinterachse parat: Ein "Limited Slip Differential", vulgo "Differenzialbremse" kann dem Rad mit mehr Traktion mehr Drehmoment zuweisen.

Insgesamt ist der Hilux - fast - das Geländeauto geblieben, das er immer schon war: Kleine Abstriche gegenüber seinen Vorgängern muss er machen, weil seine Karosserie gar so schön lackiert ist, etwas weiter über die Räder hinausragt und deswegen entsprechend Schaden nehmen könnte. Weil der Radstand im Laufe der Jahre sukzessive gewachsen ist. Und weil das Fahrwerk wie oben erwähnt straßenoptimiert wurde. Und deshalb ein wenig schlecht verschränkt als zu Gründerzeiten.

Wo man Toyota noch ein wenig mehr Mut zu Veränderungen wünscht: Im Innenraum. Der ist prinzipiell sehr komfortabel und glänzt mit einem exzellenten Platzangebot - dem wohl besten im ganzen Segment. Doch die Wahl der Materialien, der Bezugsstoffe und der Farben macht nicht restlos glücklich. Die Sitze: Bequem und sicher langstreckentauglich. Aber plüschig und etwas kleinkariert. Das Radio: Recht gut zu bedienen, aber einen Hauch altvaterisch. Die Farben: in unserem Fall eine Mischung aus Beige, Grau und Schwarz: Na ja. Und wenn wir schon Kritik üben: Dass die prinzipiell schönen Instrumente in Optitron-Technologie bei Tageslicht und abgeschalteten Scheinwerfern beleuchtet, bei eingeschaltetem Abblendlicht aber kaum ablesbar dunkel bleiben, ist hoffentlich nur ein Schaltfehler unseres Testautos.

Aber dass hier nur kein falscher Eindruck entsteht: In unserem Pickup-Testival ist der Toyota Hilux eine ganz besondere Nummer. Beeindruckt durch seine neue, mehrheitsfähige Optik. Durch Fahrleistungen, die man japanischen Pickups vor wenigen Jahren noch nicht zugetraut hätte. Und strahlt dabei die Souveränität und Robustheit aus, die man schon von seinen ehrwürdigen Vorfahren kennt.

Soll heißen: Wir sind den besten Hilux aller Zeiten gefahren. Und das, glauben Sie es uns, heißt etwas ...



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Toyota Hilux 3.0

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Toyota Hilux 3.0
Text, Fotos und Video: gelaendewagen.at
 

Toyota Hilux 3,0 D-4D "City"


Motor:
Dieselmotor mit Common Rail Einspritzung, 4 Zylinder, 16 Ventile, 2.982cm3, 171 PS, 360 Nm bei 1.400-3.200 U/min

Getriebe:
5-Gang-Automatikgetriebe

Länge/Breite/Höhe: 5.255/1.835/1.810 mm
Leergewicht:
1.890 kg
zul. Anhängelasten:
2.250/750 kg (gebremst/ungebremst)
Nutzlast:
bis 815 kg
Ladefläche (Länge/Breite): 1.547/1.515 mm
Verbrauch: 8,9 l Diesel kombiniert (Herstellerangabe)
CO2-Emissionen: 236 g/km
Allrad/Gelände: zuschaltbarer Allradantrieb, Untersetzung, autom. Differenzialbremse an der Hinterachse, min. Bodenfreiheit 212 mm, Böschungswinkel 30°/23° (vorne/hinten)

Ausstattung Modell "3,0 City" (Auszug)
Außen:
verchromte Außenspiegel (elektr. verstellbar), beheizbare Heckscheibe, Kotflügelverbreiterungen in Wagenfarbe, Chrompaket, getönte Scheiben,  17"-Leichtmetallfelgen mit Reifen 265/65R17, Nebelscheinwerfer
Innen: Audiosystem, mit CD-Player, Optitron-Instrumente, elektr. Fensterheber, Klimaautomatik, Servo, Tempomat, Wegfahrsperre, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
Sicherheit: Fahrer- und Beifahrer-Airbags, Kopbags vorne und hinten, Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, ABS, VSC (Stabilitätsprogramm mit TRC (Antriebsschlupfregelung)

Basispreis: Doppelkabiner mit 2,5 Liter Motor ab € 27.060,--, 3,0 Liter Motor mit Schaltgetriebe ab € 33.780,--, mit Automatik ab 35.280,--

Preis für das getestete Modell: € 35.760,--
(Metalliclack € 480,-- eingerechnet)
 

 
Toyota Hilux 3.0
 

gelaendewagen.at Test Nr. 71



 
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